Zum Inhalt springen

Höfats Südostgipfel – Bergtour im Dietersbachtal via Älpelesattel

Höfats Südostgipfel Oberstdorf Allgäuer Alpen

Kurzportrait

Anspruchsvolle Bergtour auf den Südostgipfel der Höfats (T5 + UIAA II). Bergerfahrung und der Umgang mit Kletterstellen im Fels sind hier Voraussetzung. Schlüsselstelle ist ein kurzer Felsaufschwung über eine glatte Felswand direkt unterhalb des Gipfels im stark ausgesetzten Bereich. Stärkung gibt’s an der Dietersbach Alpe, die beste Wanderzeit ist von Juli bis September.

Alle Details zur Wanderung

Aufstieg

810 hm

Abstieg

810 hm

Distanz
5,36 km
Dauer
6h 54m
Höchster Punkt

2259 m

Schwierigkeit

Anspruchsvoll
T5 – UIAA II

Schlüsselstelle
Ausgesetzte Kletterstelle im 2. Grat kurz unterhalb des Gipfels
Wege
Anspruchsvolle Alpinwege
Erde, Kies, Fels
Einkehrmöglichkeit
Dietersbachalpe
Beste Wanderzeit
Juli, August, September
Landschaft
Link zu Komoot
Download GPX
Bergbahn-Anbindung
Keine Bergbahn in der Nähe

Schon lange träume ich von der Besteigung der Höfats. Ein Mal auf DEM Allgäuer Gipfel zu stehen. Doch die Ausgesetztheit macht mir schon bei der Planung ein mulmiges Bauchgefühl. Und trotzdem stehe ich an diesem Samstag zusammen mit Freunden auf der Allgäuer Majestät.

Achtung! Die Tour auf den Höfats Südostgipfel erfordert absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit! Das Gelände ist äußerst ausgesetzt und sollte nur bei trockenen Verhältnissen begangen werden. Einschätzungsvermögen im unübersichtlichen und nicht markierten Gelände ist unbedingt erforderlich! Die Schlüsselstelle befindet sich im letzten Drittel kurz vorm Gipfelaufschwung.

Nachdem ich schon die halbe Nacht vor lauter Vorfreude und Aufregung wachgelegen bin, geht es an diesem Samstag im Herbst 2020 Richtung Oberstdorf. Noch kurz eine Freundin aufgesammelt und kurze Zeit später satteln wir unsere Rucksäcke und Fahrräder und machen uns auf in Richtung Dietersbachalpe. Der Anstieg nach Gerstruben jagt den Puls an diesem zapfigen Morgen in die Höhe und so strampeln wir sehr gemütlich Meter für Meter bergauf. Nach einer guten halben Stunde erreichen wir schließlich unser Ziel. Noch kurz die Fahrräder abgesperrt und schon beginnt unser Marsch auf den Höfats Südostgipfel.

Aufstieg auf den Höfats Südostgipfel

Unser Weg führt von der Dietersbachalpe zuerst in Serpentinen bergan hinauf zum Älpelesattel. Bereits hier kommen wir ordentlich ins Schwitzen, denn die gemachten Höhenmeter rauschen grad so in die Höhe. Oben angekommen genießen wir die ersten Sonnenstrahlen des Tages und wagen einen ersten Blick in Richtung unseres heutigen Ziels. Ein Weg ist zwar anfangs noch zu erkennen, doch oben raus schaut’s dann doch relativ mau aus, was die Wegfindung betrifft.

Blick vom Älpelesattel auf den Höfats Südostgipfel

Es wird also spannend. Nachdem der Weg anfangs noch durch die steilen Grashänge führt, wird er schon bald felsiger und wir kraxeln auf allen Vieren weiter bergauf. Es wird immer luftiger und ausgesetzter und ein Blick nach unten macht dir eines sicher: Ein Absturz hätte hier fatale Folgen. Nicht umsonst sagte mal ein Einheimischer zu mir: „Auf der Höfats gibt’s keine Verletzten“… Irgendwann schleicht sich dann tatsächlich das Gipfelkreuz ins Bild und wir stehen auch schon an der Schlüsselstelle: Eine ausgesetzte Stelle mit einer ziemlich steilen Felsplatte und kaum einer Trittmöglichkeit erfordert vollste Konzentration. Mit gegenseitiger Hilfe schaffen wir es schließlich hinauf und stehen glücklich zu viert auf einem der schönsten Allgäuer Gipfel.

Panorama von der Höfats

Nach einer ausgiebigen Brotzeit wagen wir uns an den Abstieg, denn die Schlüsselstelle muss ja schließlich auch irgendwie wieder abgeklettert werden. Der weitere Weg führt uns auf dem Aufstiegsweg zurück zum Älpelesattel und zurück zur Dietersbachalpe. Nach unserer Besteigung des Höfats Südostgipel haben wir uns eine nachträgliche Gipfelhalbe an diesem sonnigen Tag mehr als verdient.

Fazit

Ein unglaubliches Gefühl dort oben zu stehen, mittendrin, umgeben von der kompletten Allgäuer Bergwelt! Die Gefahren habe ich bereits beschrieben. Wer sich sicher im ausgesetzten Gelände bewegen kann, wird hier voll auf seine Kosten kommen. Ungeübte oder Gelegenheitswanderer sollten den Gipfel samt Anstieg lieber meiden. Ich werde auf jeden Fall wiederkommen.

Klingt interessant? Hier gibt’s noch viele weitere Wanderungen und Bergtouren zum Nachlesen.

Fragen & Antworten zur Bergtour

Wie lang ist die Bergtour auf den Höfats Südostgipfel?

Die hier beschriebene Route ist ca. 5,4 km lang und du legst etwa 810 Höhenmeter zurück (Hin – und Rückweg). Gut zu wissen: Die Dietersbach Alpe erreichst du nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Solltest du den Weg zu Fuß wählen, sind es bis zur Alpe z.B. ab der Haltestelle Christlessee zusätzlich ca. 4,7 km (einfach) und 410 Höhenmeter, die on Top kommen.

Wie schwierig ist die Tour?

Die Tour ist als anspruchsvoll einzustufen. Sie erfordert absolute Trittsicherheit, Schwindelfreiheit, alpine Erfahrung und sehr gute Kondition. Der ausgesetzte Gratverlauf zählt zu den schwierigsten Bergwegen der Allgäuer Alpen.

Wann ist die beste Zeit für die Besteigung?

Die beste Zeit ist Juli bis September bei absolut trockenen Verhältnissen. Nässe, Schnee oder Vereisung machen die Tour lebensgefährlich.

Welche Ausrüstung ist notwendig?

  • Bergschuhe mit sehr gutem Profil
  • Helm optional (Steinschlaggefahr)
  • Wetterfeste Kleidung
  • Ausreichend Wasser und Verpflegung
  • Sonnenschutz
  • Wanderkarte oder Offline-Karten App
  • Eine Portion Mut für die Schlüsselstelle

Gibt es Hütten oder Einkehrmöglichkeiten?

Am Gipfel selbst gibt es keine Hütte. Im Tal verpflegen dich die Teams der Dietersbach Alpe und des Berggasthofs Gerstruben.

Ist die Bergtour für Anfänger oder Kinder geeignet?

Nein. Die Tour ist ausschließlich für sehr erfahrene Bergsteiger geeignet und nicht für Anfänger oder Kinder.

Was macht den Höfats Südostgipfel besonders?

  • Extrem ausgesetzter Gras- und Felsgrat
  • Eindrucksvolle Tiefblicke ins Trettachtal
  • Einer der markantesten und spektakulärsten Gipfel der Allgäuer Alpen
  • Hochalpines, ernstes Bergsteigererlebnis
  • Ein tolles Bergpanorama bei dem du das Gefühl hast mittendrin zu stehen

Wie gefährlich ist die Tour?

Die Tour zählt zu den gefährlichsten Normalwegen im Allgäu. Ein Fehltritt kann tödliche Folgen haben. Die Besteigung solltest du nur bei stabiler Wetterlage, trockenen Verhältnissen und optimaler Konzentration machen.

Wo ist der Startpunkt und gibt es Parkmöglichkeiten?

Der Startpunkt dieser Route liegt an der Dietersbach Alpe. Parkplätze sind am Ortsrand von Oberstdorf am Parkplatz Renksteg oder „Grüne Gasse“ verfügbar.

Ist die Tour ohne Auto und mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar?

Ja, entweder fährst du mit dem Bus bis zum Parkplatz Renksteg und wanderst ab dort weiter oder du steigst dort in die Linie 8 Richtung Spielmannsau um und fährst bis zur Haltestelle Abzweig Gerstruben oder Christlessee. P.s. Oberstdorf ist übrigens auch mit dem Zug erreichbar.

Gibt es Alternativen zur Besteigung des Südostgipfels?

Als gute Alternative kann ich dir die Besteigung des Hahnenkopfs empfehlen. Ebenso ist die Wanderung zum Laufbacher Eck ein wunderbarer Höhenweg, stets in Anbetracht der Höfats.

Icon Achtung

Winter in den Bergen
Schnee vom Gipfel bis ins Tal. Touren, die im Sommer gut machbar sind können im Winter um ein Vielfaches anspruchsvoller sein oder sollten aufgrund von Lawinen- & Absturzgefahr unbedingt gemieden werden! Achte stets auf den aktuellen Lawinenlagebericht und plane deine Touren sorgfältig.
# Plane längere Gehzeiten aufgrund von Schnee / Vereisung mit ein (je nach Tour Schneeschuhe, Grödel oder Steigeisen mitnehmen)
# Bedenke die früh einsetzende Dunkelheit (Stirnlampe einpacken!)
# Im Notfall Notruf wählen (DE & IT 112 ::: AT 140 ::: CH 1414)

Andreas Beiderbeck - Wandern im Allgäu

Wer schreibt hier eigentlich?

Hej, ich bin der Andreas und wie du vielleicht schon festgestellt hast super gern in den Bergen unterwegs. Schön, dass du den Weg auf meinen Blog gefunden hast. Schau dich gerne weiter um.

Hier gibt’s weitere Infos über mich

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Weitere Touren-Empfehlungen für dich

Wandern im Herbst

Wandern im Herbst ist wunderschön, kann unter Umständen aber auch gefährlich werden.

Gefahren beim Wandern im Herbst:
# Vereiste oder sulzige Wegstellen können zur Blockade oder zum (Ab)Sturz führen.
# Bei einer hohen Schneedecke kannst du temperaturbedingt tief einsinken, was das Vorankommen erheblich erschweren kann.
# Durch die tageszeitliche Erwärmung lösen sich Lawinen gerade in den Nachmittagsstunden schneller von selbst.
# Lawinen können sich auch oberhalb von noch schneefreien Wanderwegen lösen.
# Die Wegfindung kann durch zugeschneite Wege und Wegmarkierungen deutlich erschwert sein.

Was wird im Herbst beim Wandern unterschätzt?
# Die Tage sind nicht mehr so lang wie im Sommer. Denk daher an eine rechtzeitige Umkehr und brich deine Tour lieber ab, falls es zu spät wird.

Nützliche Tipps:
# Eine defensive Tourenplanung ist ratsam. Verzichte auf Touren in höheren Lagen mit Schneekontakt. Auch in tieferen Lagen wandert es sich im Herbst wunderschön. 
# Erweiterte Ausrüstung wie Grödel und Stöcke bieten höhere Sicherheit gegen Abrutschen auf Schneefeldern (wenn diese noch gefroren sind, nicht sulzig).
# Informiere dich über aktuelle Verhältnisse (z.B. bietet der Bergsportbericht Oberstdorf eine tolle Übersicht über aktuelle Verhältnisse rund um Oberstdorf. Dieser wird täglich aktualisiert).
# Auf Webcams kannst du dir die Verhältnisse in der Umgebung ansehen. Beachte aber unbedingt die Ausrichtung der Kamera – in nordseitigen Hängen liegt oft früher Schnee als in südseitigen Hängen.

Wandern im Frühling

Wandern im Frühling ist wunderschön, kann unter Umständen aber auch gefährlich werden.

Gefahren beim Wandern im Frühling:
# Vereiste oder sulzige Wegstellen können zur Blockade oder zum (Ab)Sturz führen.
# Bei einer hohen Schneedecke kannst du temperaturbedingt tief einsinken, was das Vorankommen erheblich erschweren kann.
# Durch die tageszeitliche Erwärmung lösen sich Lawinen gerade in den Nachmittagsstunden schneller von selbst.
# Lawinen können sich auch oberhalb von bereits schneefreien Wanderwegen lösen.

Was wird im Frühling beim Wandern unterschätzt?
# Wanderungen, die im Sommer machbar erscheinen sind im Winter und im Frühling oft lebensgefährlich und sollten dringlichst gemieden werden.
# Die Tage sind noch nicht so lang wie im Sommer. Denk daher an eine rechtzeitige Umkehr und brich deine Tour lieber ab, falls es zu spät wird.

Nützliche Tipps:
# Eine defensive Tourenplanung ist ratsam. Verzichte auf Touren in höheren Lagen mit Schneekontakt. Auch in tieferen Lagen wandert es sich im Frühling wunderschön. 
# Erweiterte Ausrüstung wie Grödel und Stöcke bieten höhere Sicherheit gegen Abrutschen auf Altschneefeldern (wenn diese noch gefroren sind, nicht sulzig).
# Informiere dich über aktuelle Verhältnisse (z.B. bietet der Bergsportbericht Oberstdorf eine tolle Übersicht über aktuelle Verhältnisse rund um Oberstdorf. Dieser wird täglich aktualisiert).
# Auf Webcams kannst du dir die Verhältnisse in der Umgebung ansehen. Beachte aber unbedingt die Ausrichtung der Kamera – in nordseitigen Hängen liegt meist länger Schnee als in südseitigen Hängen.

Eine gute Tourenvorbereitung ist wichtig

Auf meinen Seiten biete ich dir viele Informationen und Daten zur jeweiligen Wanderung. Doch zählen viele weitere Faktoren zu einer guten Tourenvorbereitung. Diese habe ich für dich hier übersichtlich zusammengefasst.

Schwierigkeit der Tour bei BERGHUPFER

Für Einsteiger geeignet: Hier bewegst du dich größtenteils auf Fahrstraßen, breiten Schotterwegen oder gut ausgebauten Wanderwegen. Grob gesagt auf der Bergtourenskala: T1 und T2 Wege
Für Bergerfahrene: Die Wege werden schmaler und zu Pfaden, teilweise kann ein Wegstück mit Stahlseil versichert sein. Auch das Klettern im 1. Schwierigkeitsgrad nach UIAA sollte möglich sein. Grob gesagt auf der Bergtourenskala: T3 und T4 Wege
Für Bergprofis: Ausgesetzte Wegstellen, der Pfad ist oft nicht markiert und nur schwer erkennbar. Das Klettern im 2. Schwierigkeitsgrad nach UIAA solltest du beherrschen. Grob gesagt auf der Bergtourenskala: T5 und T6 Wege

Was bedeuten die Farbpunkte

Die Farbpunkte richten sich im Groben nach der Beschilderung auf dem Wegweiser.
🔵 Leichte, alpine Wege
🔴 Mittelschwere, alpine Wege oder Steige
⚫️ Hochalpine Wege oder Steige

Information zur Datenangabe

Die angegebenen Höhenmeter beziehen sich auf die von Komoot vorgegebene Höhenmeterangabe. Erfahrungsgemäß kann diese von den tatsächlichen Höhenmetern abweichen. Beachte daher, dass deine Tour teilweise etwas weiter hinauf gehen kann.

Die angegebene Zeit bezieht sich auf die von Komoot errechnete Durchschnittszeit. Wenn du also generell etwas sportlicher in den Bergen unterwegs bist, kann sich deine Tourdauer entsprechend verkürzen. Wenn du sehr konditions- und ausdauerarm bist, kann sich die Dauer deiner Wanderung entsprechend verlängern.