Wanderung auf den Hochvogel (2.592m)
Für die Wanderung auf den Hochvogel solltest du eine ganze Menge Bergerfahrung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit mitbringen, denn der Berg hats gleich mehrfach in sich.
Wer kennt ihn nicht, den Allgäuer Berg Hochvogel. Durch seine Exponiertheit ist er von zahlreichen anderen Allgäuer und Tiroler Gipfeln zu sehen und spätestens durch die Berichterstattung über einen bevorstehenden Felssturz in Richtung des Tiroler Hinterhornbach sollte er für Bergenthusiasten ein Begriff sein.
Über die Alpe Bärgündle zum Prinz Luitpold Haus (T3)
Wir starten unsere Wanderung etwas unterhalb der Materialseilbahn des Prinz Luitpold Haus. Dort, wo sich oft bereits viele andere Fahrräder tummeln. Dorthin kommst du entweder zu Fuß (mit dem Bus bis zum Giebelhaus, anschließend zu Fuß weiter) oder mit dem Fahrrad.

Unser erster Wegpunkt ist die Untere Bärgündle Alpe. Dafür folgen wir dem schmalen Wanderweg hinunter zum Bärgündlebach. Bereits nach kurzer Zeit ist dieser von Felsen und Wurzeln durchsetzt und etwas abschüssig. Am Bach angekommen queren wir diesen auf einer Eisenbrücke und steigen anschließend über Felsen und Wurzeln durch den Wald hinauf zur Unteren Bärgündle Alpe. Nach einer optionalen Einkehr geht’s weiter zum nächsten Zwischenpunkt, dem Prinz Luitpold Haus.



Über Stock und Stein schrauben wir uns Meter für Meter weiter dem bereits zu sehenden Zwischenziel entgegen. Vorbei am rauschenden Bach, diesen querend, über Weidefläche, durch Latschen und Büsche und schließlich über Geröllfelder erreichen wir schließlich das wunderschön gelegene Prinz Luitpold Haus auf 1.846m, das übrigens (Stand August 2025) alle Speisen komplett in Bio-Qualität anbietet. Eine Einkehr lohnt sich dort auf jeden Fall, ich heb’s mir heute für den Abstieg auf.
Vom Prinz Luitpold Haus auf den Hochvogel (T4 | UIAA I)
Nachdem sich die Beine auf dem Weg zur DAV-Hütte im Hintersteiner Tal bereits ganz gut eingrooven konnten wandern wir weiter. Zuerst umrunden wir den kleinen See unterhalb der Hütte und steigen anschließend in vielen Kehren bergauf. Am nächsten Wegweiser haben wir die Wahl den Hochvogel entweder via Kreuzspitze oder via Kalter Winkel zu besteigen. Eine kurze Erklärung dazu:
Hochvogel via Kreuzspitze: Teils steile Schotterwege, im Gipfelaufbau der Kreuzspitze am Seil und über Eisentritte, ausgesetzter als über den Kalten Winkel
Hochvogel via Kalter Winkel: Teils seilversicherte Stellen, teils sehr steile und rutschige Schneefelder / Schotterpassagen (unbequem zu gehen)
Beide Wege treffen unterhalb des Gipfelaufbaus des Hochvogels wieder zusammen.
Wir entscheiden uns heute für den Weg über die Kreuzspitze. In Kehren geht es nun weiter bergauf, bevor der Schotterweg gerader wird und in einer langgezogenen Kurve durch das Geröllkar bergauf führt. Hier kommt man aufgrund der Steilheit eher nur langsam voran. Die eigene Ausdauer ist ab hier von großem Vorteil. Nach vielen Metern des Schnauffens erscheinen die ersten Stahlseile in unserem Blickfeld. Ab hier geht es immer wieder am Hang entlang, über Eisenstufen oder am Fels bergauf, bis sich schließlich ein traumhaft schöner Ausblick eröffnet.

Auch der mächtige Gipfelaufbau des Hochvogels ist hier sehr gut zu erkennen und gefühlt nur noch einen Katzensprung entfernt. Doch zuerst geht es seilversichert weiter am Hang entlang und für uns heute auf einen kurzen Abstecher auf die Kreuzspitze (optional). Du kannst auch direkt über den mit Schotter und Geröll durchsetzten Weg in die Scharte absteigen, in welcher der Weg via Kalter Winkel zusammentrifft.




Der Aufstieg auf den Hochvogel
Über Felsen und in vielen Kehren geht es nun bergauf. Achte besonders auf die roten Wegmarkierungen, denn es kann durchaus passieren, dass du mal etwas zu weit läufst. Solltest du dir unsicher im Gelände sein, halte unbedingt kurz Ausschau nach dem nächstgelegenen roten Punkt oder der nächsten Rot-Weiß-Roten Markierung! Auch mehrere Felsabsätze (1. Grad Klettern nach UIAA) sind hier zu bezwingen. Diese sind besonders in den letzten 100-150 Höhenmetern unterhalb des Gipfels teils etwas knifflig. Besonders kleinere Personen kommen hier definitiv an ihre Grenzen und benötigen ggf. Hilfe von Dritten!
Doch nach all den Steinen, die sich uns auf dem Weg nach oben in den Weg gelegt haben erreichen wir schließlich überglücklich den Gipfel des markanten Allgäuer Hochvogel. Die Aussicht hier ist gigantisch und so verbringen wir viele viele Minuten des Genießens und der Brotzeiterei.



Der Abstieg
Für den Abstieg wählen wir den gleichen Weg zurück ins Tal. Am Prinz Luitpold Haus gibt es noch eine Stärkung bevor es dann zurück zum Fahrrad geht.
Lohnt sich die Wanderung auf den Hochvogel?
Definitiv! Allerdings benötigst du unbedingt die nötige Bergerfahrung und sichere Kletterkenntnisse im 1. Schwierigkeitsgrad.












