Krumbacher Höhenweg: Einer der beliebtesten Höhenwege im Allgäu
Der Krumbacher Höhenweg zählt zu den beliebtesten Höhenwegen der Allgäuer Alpen. In den meisten Tourenführern wird er von der Fiderepasshütte zur Mindelheimer Hütte beschrieben. Aus bergsteigerischer Praxis empfehle ich dir jedoch die umgekehrte Richtung: Wer die Runde entgegengesetzt angeht, legt die ausgeprägte Schlüsselstelle an der Kemptener Scharte in den Aufstieg. Auf brüchigem Schotter und glattem Fels bedeutet das ein großes Plus an Kontrolle, Steigsicherheit und Gelenkschonung.
Durchs Wildental zur Mindelheimer Hütte (T4)
Unsere Tour startet im Ortsteil Schwende. Den Parkplatz kannst du per Parkster-App oder Münzen bezahlen; alternativ steht etwas weiter oben der Privatparkplatz am Bergheim Moser bereit (zwei Euro teurer, spart dafür die ersten Höhenmeter). Auch mit dem Walserbus ist der Ausgangspunkt direkt erreichbar. Auf einem breiten Forstweg geht es zunächst sanft hinab zum Wildentalbach und anschließend in gleichmäßiger Steigung hinein ins hintere Wildental. Wir passieren die Untere Wiesalpe und die Wiesalpe. An der etwas weiter oben im Tal gelegenen Fluchtalpe halten wir uns rechts in Richtung Hintere Wiesalpe / Kemptener Scharte. Der Weg verengt sich zu einem Schotterpfad, führt vorbei an einem imposanten Wasserfall und gewinnt durch Latschenfelder rasch an Höhe. Schon hier öffnet sich der Blick auf die felsigen Abstürze der Schafalpenköpfe.



Hinter der Hinteren Wiesalpe wird es ruhig. Bleib für einen kurzen Moment stehen uns lausche einfach der Stille. Nur das Rauschen des Baches und sonst nichts. Nach dessen Querung steilt das Gelände unvermittelt auf. Der Untergrund wechselt von erdigem Terrain über feinen Schotter hin zu grobem Geröll. Der Weg führt ab hier in engen Kehren durch das Kar steil nach oben. Die größte Herausforderung ist nicht die teilweise Ausgesetztheit, sondern das lose Gestein auf festem Felsgrund. Im oberen Drittel wurden einige Stahlseile angebracht und geben uns so einen Tick mehr Sicherheit. Die Passage trägt zurecht den SAC-Grad T4. Im Aufstieg greifen die Schuhsohlen im Schotter verlässlicher als im Abstieg, weshalb diese Aufstiegsvariante die deutlich defensivere Tourenplanung darstellt. An der Kemptener Scharte weitet sich der Raum schlagartig.





Video von einer der Schlüsselstellen unterhalb der Kemptner Scharte
Wer zeitlich gut im Plan liegt und absolute Trittsicherheit mitbringt, kann das Kemptener Köpfle als Abstecher mitnehmen – die Wegspuren dorthin sind jedoch brüchig und erfordern auch beim Abstieg volle Konzentration.
Von der Kemptner Scharte trennen uns anschließend nur etwa 10 bis 15 Minuten Schotterweg von der Mindelheimer Hütte, der ersten Übernachtungsmöglichkeit der Tour.


Auf dem Krumbacher Höhenweg von der Mindelheimer Hütte zur Fiderepasshütte (T3+)
An der Mindelheimer Hütte folgen wir dem Wegweiser Richtung Krumbacher Höhenweg / Fiderepasshütte. Der Pfad schlängelt sich im stetigen, moderaten Auf und Ab an den Südhangen hoch über dem Rappenalptal entlang. Immer wieder schieben sich dabei prominente Allgäuer Berggipfel in unser Blickfeld: Trettachspitze, Mädelegabel, Höfats und Hochvogel präsentieren sich in voller Pracht. Auf der gegenüberliegenden Talseite verläuft am Bergkamm entlang der Heilbronner Weg.




Direkt über uns verlaufen die Felswände des Mindelheimer Klettersteigs. In den Schutthalden darunter lassen sich vor allem in den Morgen- und Mittagsstunden häufig Steinböcke beim Äsen beobachten. Schließlich steilt das felsdurchsetzte Gelände wieder deutlich auf und wir folgen hier dem Wegweiser zur Fiderepasshütte. In einigen Kehren geht es hinauf zur Fiderepass-Scharte, hinter der die Fiderepasshütte, wunderschön gelegen, sichtbar wird. Über ein gerölliges Kar geht es hinab zur Hütte, die sich für eine abschließende Rast oder Übernachtung anbietet.





Der Abstieg
Der finale Abstieg zurück ins Wildental verläuft in gut angelegten Kehren. Zunächst führt uns der Weg über geschotterte und felsdurchsetzte Wege teils steil bergab. Weiter unten wandern wir durch Latschenfelder und lichten Wald bis wir schließlich die Fluchtalpe erreichen. Von dort geht es auf dem bekannten Wirtschaftsweg entspannt auslaufend zurück zum Parkplatz Schwende.





Die Berghupfer-Einschätzung & Wandertipp
Die mittelschwere Rundwanderung mit Zu- und Abstieg auf dem Krumbacher Höhenweg ist eine aussichtsreiche und teils fordernde Tour. Mit der nötigen Bergerfahrung und Trittsicherheit wird sie zum Genuss und die zahlreichen Höhenmeter und Kilometer lassen sich bei einer gemütlichen Einkehr auf einer der fünf Alpen und Hütten gut auskurieren. Mein Tipp für dich: Morgens zeitig starten, dann bewältigst du den anstrengensten Teil der Tour bereits in den kühleren Morgenstunden.
