Zum Inhalt springen

Kleiner & Großer Daumen – Mittelschwere Bergtour

Wanderung von Hinterstein auf den Kleinen Daumen und den Großen Daumen im Allgäu

Kurzportrait

Mittelschwere Wanderung auf den Kleinen Daumen & den Großen Daumen (T4). Die Schlüsselstelle liegt im Übergang vom Kleinen Daumen zur Daumenscharte mit felsigen, ausgesetzten Wegstellen und leichter Kraxelei. Im oberen Bereich der Tour gibt es keine Einkehrmöglichkeit, die beste Wanderzeit ist von Juli bis September. 14,6 km lange Rundtour mit etwa 1.180 Höhenmetern.

Alle Details zur Wanderung

Aufstieg

1180 hm

Abstieg

1180 hm

Distanz
14,6 km
Dauer
8h 39m
Höchster Punkt

2280 m

Schwierigkeit

Mittelschwer
T4

Schlüsselstelle
Übergang vom Kleinen Daumen zur Daumenscharte ausgesetzt und mit leichter Kraxelei, teils mit Seil versichert.
Wege
Teils schwere Bergwege
Asphalt, Kies, Erde, Fels
Einkehrmöglichkeit
Engeratsgundalpe, Giebelhaus – Keine Einkehrmöglichkeit im oberen Bereich der Tour!
Beste Wanderzeit
Juli, August, September
Landschaft
Parkplatz | Haltestelle
Link zu Komoot
Download GPX
Bergbahn-Anbindung
Keine Bergbahn in der Nähe

Mit dieser Wanderung wartet eine wunderschöne Wanderung auf dich. Zwei Bergseen, zwei Einkehrmöglichkeiten und zwei Gipfel – klingt spannend? Dann pack noch zwei Portionen Trittsicherheit und Schwindelfreiheit dazu und nix wie los ins Hintersteiner Tal.

Vom Giebelhaus auf den Kleinen Daumen & den Großen Daumen

Bereits zu Beginn deiner Tour hast du die Wahl:
#1 Bike & Hike: Mit dem Fahrrad von Hinterstein zum Giebelhaus und anschließend zu Fuß weiter
#2 Bus & Hike: Mit dem Wanderbus von Hinterstein zum Giebelhaus und dann zu Fuß weiter (hier geht’s zum Fahrplan)
#3 Hike & Hike: Zu Fuß von Hinterstein auf die beiden Daumen (sehr lange Wegstrecke, äußerst zeitintensiv)

Wie so oft entscheiden wir uns auch dieses Mal mit dem Radl ins Tal zu fahren, genauer gesagt zum Giebelhaus von wo aus unsere Wanderung startet. Wir folgen zu Beginn der Wanderung der breiten Straße bergauf Richtung Schwarzenberghütte / Engeratsgundalpe. Die Fahrstraße führt hier entlang des Obertalbachs. Der Bach speist übrigens etwas südlich vom Giebelhaus die Ostrach, die anschließend weiter nach Hinterstein, Bad Hindelang und Sonthofen fließt und etwas südlich von Blaichach in die Iller mündet.

Schon bald zweigt unser Aufstiegsweg nach rechts ab und wir folgen weiter der breiten Straße Richtung Schwarzenberghütte. In einigen, teils steileren Kehren, schlängelt sich diese hinauf und gibt, als wir den Wald verlassen, schon einen vielversprechenden Blick auf die umliegenden Berge frei. Wow, es ist einfach immer wieder schön im Allgäu zu wandern.

Vor lauter Staunen vergessen wir aber nicht, dass noch knapp 1.000 Höhenmeter vor uns liegen und so machen wir uns auf den Weiterweg. Dieser führt uns unterhalb der Hütte vorbei und wir folgen nun dem Wegweiser Richtung Großer Daumen. An der unbewirtschafteten Käseralpe geht der Weg nun in einen Wanderweg über und führt uns über Weideflächen weiter den Berg hinauf. Der Weg führt meist weiter über erdigen oder geschotterten Untergrund, später dann auch durch felsdurchsetztes Terrain. Ab der Käseralpe befindet sich der gesamte weitere Weg durchwegs in der Sonne und es gibt bereits ab der Engeratsgundalpe / Schwarzenberghütte keine Einkehrmöglichkeit mehr. Deshalb empfiehlt es sich lieber mehr Essen und Trinken, sowie Sonnenschutz einzupacken.

Schließlich erreichen wir den schön gelegenen Engeratsgundsee und bestaunen bei bestem Wetter die uns umgebenden Berge.

Angekommen am Engeratsgundsee

Vom Engeratsgundsee auf den Kleinen Daumen

Am See angekommen folgen wir dem Wegweiser nach rechts Richtung Großer Daumen. Nordöstlich des Sees steigen wir weiter über den nun schmaleren, größtenteils erdigen Wanderweg auf und erhalten eine wunderschöne Aussicht auf den See. Bei nassen Verhältnissen kann der Weg schmierig werden, hier ist dann erhöhte Vorsicht vor Abrutschen geboten! Denn teilweise führt uns der Weg nur auf einem schmalen Pfad am Hang entlang.

Schmaler Wanderweg am Hang entlang, oberhalb des Engeratsgundsees

Als wir uns der felsigen Wand zur Daumenscharte nähern zweigt etwas unterhalb der Weg zum Kleinen Daumen nach rechts ab und führt zuerst über Wiesen, anschließend über felsiges Gelände hinauf zum Gipfelkreuz des Kleinen Daumen.

Hier zweigt der Weg zum Kleinen Daumen nach rechts ab, geradeaus geht es weiter Richtung Daumenscharte

Alternativ kannst du auch direkt zur Daumenscharte aufsteigen und hier entweder direkt zum Großen Daumen weiterwandern oder noch den Abstecher zum Kleinen Daumen machen (Absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich!)

Vom Kleinen Daumen zum Großen Daumen

Obacht, der Übergang bis zur Daumenscharte auf dem Grat erfordert absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit! Diese Gratwanderung solltest du wirklich nur mit der nötigen Bergerfahrung machen! Teils kraxelnderweise, teils am Seil und immer über Felsen bewegen wir uns nun bis zur Daumenscharte. Hier trifft auch der Direktanstieg vom Engeratsgundsee, sowie der Weg aus dem Retterschwanger Tal mit unserem weiteren Weg zusammen.

Auf dem Weg vom Kleinen Daumen zum Großen Daumen ist absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich!

Nun geht es durch felsiges, aber gut zu begehendes, geschottertes Gelände hinauf bis zum Gipfel des Großen Daumen. Und erneut erwartet uns eine grandiose Aussicht!

Der Abstieg

Für den Abstieg folgen wir erst noch dem erdigen Weg Richtung Nebelhorn / Edmund-Probst-Haus bergab. An der kleinen Scharte angekommen können wir linker Hand schon den Laufbichlsee erkennen, zu welchem wir nun absteigen. In einigen Kehren geht es auch teils über Felsen hinunter zum See. Hier bietet sich eine erneute Rast oder eine kleine Abkühlung an, bevor wir schließlich weiter dem Weg am Hang entlang zum Engeratsgundsee folgen.

Von hier ist der weitere Abstiegsweg bereits vom Aufstieg bekannt. Einzig: An der Käseralpe entscheiden wir uns für den Abstieg über die bewirtschaftete Engeratsgundalpe, die 30 Minuten vor Ankunft am Giebelhaus eine tolle Einkehrmöglichkeit mit super Blick ins Tal darstellt. Der Weg dorthin schlängelt sich in einigen Kehren, teils über Weidefläche, teils durch den Wald bergab. Nach ca. 25 Minuten erreichen wir diese und folgen anschließend dem breiten Fahrweg zurück zum Giebelhaus.

 

Lohnt sich die Wanderung zum Großen Daumen?

Auf jeden Fall! Solltest du nicht ganz so schwindelfrei sein, kannst du auch den Kleinen Daumen auslassen und direkt zum Großen Daumen aufsteigen. Wie bereits erwähnt, bring auf jeden Fall ausreichend Verpflegung mit.

Weitere mittelschwere Wanderungen im Allgäu & Umgebung findest du hier.

Icon Achtung

Winter in den Bergen
Schnee vom Gipfel bis ins Tal. Touren, die im Sommer gut machbar sind können im Winter um ein Vielfaches anspruchsvoller sein oder sollten aufgrund von Lawinen- & Absturzgefahr unbedingt gemieden werden! Achte stets auf den aktuellen Lawinenlagebericht und plane deine Touren sorgfältig.
# Plane längere Gehzeiten aufgrund von Schnee / Vereisung mit ein (je nach Tour Schneeschuhe, Grödel oder Steigeisen mitnehmen)
# Bedenke die früh einsetzende Dunkelheit (Stirnlampe einpacken!)
# Im Notfall Notruf wählen (DE & IT 112 ::: AT 140 ::: CH 1414)

Andreas Beiderbeck - Wandern im Allgäu

Wer schreibt hier eigentlich?

Hej, ich bin der Andreas und wie du vielleicht schon festgestellt hast super gern in den Bergen unterwegs. Schön, dass du den Weg auf meinen Blog gefunden hast. Schau dich gerne weiter um.

Hier gibt’s weitere Infos über mich

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Weitere Touren-Empfehlungen für dich

Wandern im Herbst

Wandern im Herbst ist wunderschön, kann unter Umständen aber auch gefährlich werden.

Gefahren beim Wandern im Herbst:
# Vereiste oder sulzige Wegstellen können zur Blockade oder zum (Ab)Sturz führen.
# Bei einer hohen Schneedecke kannst du temperaturbedingt tief einsinken, was das Vorankommen erheblich erschweren kann.
# Durch die tageszeitliche Erwärmung lösen sich Lawinen gerade in den Nachmittagsstunden schneller von selbst.
# Lawinen können sich auch oberhalb von noch schneefreien Wanderwegen lösen.
# Die Wegfindung kann durch zugeschneite Wege und Wegmarkierungen deutlich erschwert sein.

Was wird im Herbst beim Wandern unterschätzt?
# Die Tage sind nicht mehr so lang wie im Sommer. Denk daher an eine rechtzeitige Umkehr und brich deine Tour lieber ab, falls es zu spät wird.

Nützliche Tipps:
# Eine defensive Tourenplanung ist ratsam. Verzichte auf Touren in höheren Lagen mit Schneekontakt. Auch in tieferen Lagen wandert es sich im Herbst wunderschön. 
# Erweiterte Ausrüstung wie Grödel und Stöcke bieten höhere Sicherheit gegen Abrutschen auf Schneefeldern (wenn diese noch gefroren sind, nicht sulzig).
# Informiere dich über aktuelle Verhältnisse (z.B. bietet der Bergsportbericht Oberstdorf eine tolle Übersicht über aktuelle Verhältnisse rund um Oberstdorf. Dieser wird täglich aktualisiert).
# Auf Webcams kannst du dir die Verhältnisse in der Umgebung ansehen. Beachte aber unbedingt die Ausrichtung der Kamera – in nordseitigen Hängen liegt oft früher Schnee als in südseitigen Hängen.

Wandern im Frühling

Wandern im Frühling ist wunderschön, kann unter Umständen aber auch gefährlich werden.

Gefahren beim Wandern im Frühling:
# Vereiste oder sulzige Wegstellen können zur Blockade oder zum (Ab)Sturz führen.
# Bei einer hohen Schneedecke kannst du temperaturbedingt tief einsinken, was das Vorankommen erheblich erschweren kann.
# Durch die tageszeitliche Erwärmung lösen sich Lawinen gerade in den Nachmittagsstunden schneller von selbst.
# Lawinen können sich auch oberhalb von bereits schneefreien Wanderwegen lösen.

Was wird im Frühling beim Wandern unterschätzt?
# Wanderungen, die im Sommer machbar erscheinen sind im Winter und im Frühling oft lebensgefährlich und sollten dringlichst gemieden werden.
# Die Tage sind noch nicht so lang wie im Sommer. Denk daher an eine rechtzeitige Umkehr und brich deine Tour lieber ab, falls es zu spät wird.

Nützliche Tipps:
# Eine defensive Tourenplanung ist ratsam. Verzichte auf Touren in höheren Lagen mit Schneekontakt. Auch in tieferen Lagen wandert es sich im Frühling wunderschön. 
# Erweiterte Ausrüstung wie Grödel und Stöcke bieten höhere Sicherheit gegen Abrutschen auf Altschneefeldern (wenn diese noch gefroren sind, nicht sulzig).
# Informiere dich über aktuelle Verhältnisse (z.B. bietet der Bergsportbericht Oberstdorf eine tolle Übersicht über aktuelle Verhältnisse rund um Oberstdorf. Dieser wird täglich aktualisiert).
# Auf Webcams kannst du dir die Verhältnisse in der Umgebung ansehen. Beachte aber unbedingt die Ausrichtung der Kamera – in nordseitigen Hängen liegt meist länger Schnee als in südseitigen Hängen.

Eine gute Tourenvorbereitung ist wichtig

Auf meinen Seiten biete ich dir viele Informationen und Daten zur jeweiligen Wanderung. Doch zählen viele weitere Faktoren zu einer guten Tourenvorbereitung. Diese habe ich für dich hier übersichtlich zusammengefasst.

Schwierigkeit der Tour bei BERGHUPFER

Für Einsteiger geeignet: Hier bewegst du dich größtenteils auf Fahrstraßen, breiten Schotterwegen oder gut ausgebauten Wanderwegen. Grob gesagt auf der Bergtourenskala: T1 und T2 Wege
Für Bergerfahrene: Die Wege werden schmaler und zu Pfaden, teilweise kann ein Wegstück mit Stahlseil versichert sein. Auch das Klettern im 1. Schwierigkeitsgrad nach UIAA sollte möglich sein. Grob gesagt auf der Bergtourenskala: T3 und T4 Wege
Für Bergprofis: Ausgesetzte Wegstellen, der Pfad ist oft nicht markiert und nur schwer erkennbar. Das Klettern im 2. Schwierigkeitsgrad nach UIAA solltest du beherrschen. Grob gesagt auf der Bergtourenskala: T5 und T6 Wege

Was bedeuten die Farbpunkte

Die Farbpunkte richten sich im Groben nach der Beschilderung auf dem Wegweiser.
🔵 Leichte, alpine Wege
🔴 Mittelschwere, alpine Wege oder Steige
⚫️ Hochalpine Wege oder Steige

Information zur Datenangabe

Die angegebenen Höhenmeter beziehen sich auf die von Komoot vorgegebene Höhenmeterangabe. Erfahrungsgemäß kann diese von den tatsächlichen Höhenmetern abweichen. Beachte daher, dass deine Tour teilweise etwas weiter hinauf gehen kann.

Die angegebene Zeit bezieht sich auf die von Komoot errechnete Durchschnittszeit. Wenn du also generell etwas sportlicher in den Bergen unterwegs bist, kann sich deine Tourdauer entsprechend verkürzen. Wenn du sehr konditions- und ausdauerarm bist, kann sich die Dauer deiner Wanderung entsprechend verlängern.